Recycling von Elektro- und Elektronik-Altgeräten

Gewisse Elemente, vor allem Edelmetalle, besitzen eine geringe Konzentration in den üblichen Erzen. Sekundäre Ressourcen, z.B. Elektroaltgeräte (EAG), weisen hierbei oftmals höhere Gehalte an diesen Metallen auf als die primären Rohstoffe. Auch andere Sondermetalle, z.B. Seltene Erden, treten in EAGs konzentrierter auf. Dies stellt grundsätzlich einen großen Vorteil für die Wiedergewinnung dieser Metalle dar, wobei noch weitere Aspekte zu berücksichtigen sind.

Die Herausforderung zur Entwicklung eines geeigneten Recyclingprozesses liegt in der Komplexität und Vielfältigkeit der Zusammensetzungen von EAGs. Eine weitere Schwierigkeit für die Aufarbeitung dieser Ressourcen umfasst schädliche Substanzen, welche sich in diesen Produkten wiederfinden (z.B. in Leiterplatten). Eine Gefahr besteht bei der Entwicklung von diversen gesundheits- und umweltschädlichen Abgasen, wie halogenierte Dioxine und Furane, während einer direkten Verbrennung. Zusätzlich gelangen einige wertvolle Elemente bei einer pyrometallurgischen Verarbeitung in die Schlacke oder in den Staub, womit diese verloren sind, wenn nicht eine geeignete Aufarbeitung erfolgt. Deshalb werden systematisch ausreichend detaillierte Informationen und Daten erhoben, wie sich diverse Elemente (bevorzugt Metalle) und deren Verbindungen unter verschiedenen Prozessbedingungen verhalten.

Diese Erkenntnisse bilden in weiterer Folge die Grundlage für die Ausarbeitung von zweckmäßigen Prozessrouten für eine Verwertung von EAGs unter besonderer Berücksichtigung der Technologiemetalle. Im Allgemeinen finden hierzu Untersuchungen zu den aus EAGs pyrometallurgisch erhaltenen Produkten (Metall-, Schlacken- sowie Staubphasen) statt. Diese unterschiedlichen Materialien sollen mittels diversen Methoden, z.B. hydro- oder elektrometallurgisch, weiterverarbeitet werden, um angemessene Produkte zu erhalten.